10.06.2019

Delegierte beim LFV-Verbandstag in Duderstadt

22 Punkte umfasste die Tagesordnung, zu der LFV-Präsident Karl-Heinz Banse ca. 220 Delegierte aus 55 Stadt-/KFV und zusätzlich viele Gäste aus Politik und anderen Organisationen begrüßen konnte. Wir vom KFV Peine waren mit der vollen Anzahl von 5 Delegierten dabei vertreten. Gesamtteilnehmerzahl bei der Tagung waren ca. 400.

Delegierte vom KFV Peine: (von rechts) KBM Rüdiger Ernst, GemBM Wendeburg Bernd Hlawa, AL West Andreas Runge, AL Ost Martin Ahlers, GemBM Edemissen Uwe Starke

Präsident KH. Banse betonte in seinem Jahresbericht, dass das Jahr 2018 wieder geprägt war von erfolgreicher Arbeit der Feuerwehren in Zusammenarbeit mit THW, Rettungsdiensten und Polizei. Über 80.000 Einsätze sind abgearbeitet worden, darunter der Auslandseinsatz in Schweden durch Nienburger Bereitschaften sowie der Brand in der WTD Meppen.

Die Mitgliederentwicklung ist positiv. Dem allgemeinen Trend und dem demografischen Wandel wirken Engagement und die Landeskampagne „Ja zur Feuerwehr“ entgegen.

Getreu dem diesjährigen Motto „Zukunft gestalten - Deine Feuerwehr" verwies er auf die Ausarbeitungen der Strukturkommission, die hoffentlich bald vom Minister veröffentlicht werden. In den Arbeitsgruppen haben ca. 300 Kameraden/innen mitgewirkt.

Unser oberster Dienstherr in der Landesregierung, Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, würdigte Engagement und Ehrenamt. Die Feuerwehren erfahren hohe Wertschätzung - und nicht akzeptiert werden kann, dass es Behinderungen im Rettungseinsatz oder gar gewalttätige Übergriffe auf Rettungskräfte gibt. Themen wie neue Wege in der Ausbildung wie e-learning, oder grundlegende Untersuchung zu Waldbränden (wir hatten dieses Jahr im April mehrere Waldbrände), oder der Einsatz von FeuerON zur Erleichterung der Verwaltung hat er in seinem Bericht angeschnitten. Er kündigte organisatorische Änderungen in Land, NABK und PD's zu Brand- und Katastrophenschutz an, um in Großschadenslagen effektiver aufgestellt zu sein.

Der Präsident des DFV, Hartmut Ziebs, war ebenfalls Gast bei der Verbandsversammlung. Er wies auf folgende Punkte hin: Arbeitszeitverordnung der EU, Überarbeitung DV100, Kommunikation in sozialen Netzwerken, Einsätze von Feuerwehren in Europa, Gewalt gegen Einsatzkräfte. Ehrenamt ist eben ehrenamtlich und kann nicht erkauft werden. Präsident Ziebs freute sich über das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage; es wurde gefragt: welche Organisation leistet bei Zusammenhalt, Aufgabenerfüllung, Lebensqualität und Moral am meisten? Antwort vieler: Die Feuerwehren! Die Feuerwehren haben damit den ersten Platz im "GemeinwohlAtlas Deutschland 2019" belegt. Siehe https://www.wirliebenfeuerwehr.de/umfrage-feuerwehr-traegt-am-meisten-zum-gemeinwohl-bei/

Thema Zivilschutz/Katastrophenschutz: alle 3 Redner wiesen auf notwendige Unterstützung durch den Bund hin. Es fehlen KatS-Fahrzeuge und die finanzielle Absicherung. Da muss sich etwas tun!

Gastreferent Prof. Felix Osterheider (Hochschule Osnabrück) gab einen interessanten Bericht über Untersuchungen zu "Kommunikationsmanagement bei Feuerwehren". Ziel: Aufklärung über Feuerwehr, Zusammenarbeit mit Handwerk, Feuerwehrleute sind bessere Mitarbeiter. Die Ergebnisse werden demnächst auf der LFV-Seite veröffentlicht.

Landesjugendfeuerwart Andre Lang berichtete von steigenden Mitgliederzahlen (44695, +3%; 1/3 weiblich) in den Kinder- und Jugendfeuerwehren. Weiterhin aktuelles Thema ist die Übernahme von Menschen mit Behinderung, die bei der JF problemlos integriert worden sind, in die Einsatzabteilung.

Die Finanzlage ist valide, Einnahmen bzw. Ausgaben haben die 1,1 Mio-Grenze überschritten. Der Beitrag (wurde im letzten Jahr auf 2,90€/Mitglied festgelegt) bleibt 2020 konstant. Einer Erhöhung um 50 ct für 2021 wurde mehrheitlich zugestimmt. Entlastung wurde erteilt.

Die Verbandsversammlung 2020 wird in Barsinghausen in der Region Hannover stattfinden.

Text: Martin Ahlers


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