23.08.2016

Tierischer Ausbildungsdienst

Ein verunglückter Schweinetransporter oder ein Brand in einem landwirtschaftlichen Betrieb - aufgrund der ländlichen Struktur im Landkreis Peine kein ungewöhnliches Szenario. Dass eine Feuerwehr weit mehr macht, als nur Brände zu bekämpfen ist durchaus bekannt und manchmal wird’s sogar richtig tierisch. Diese Erfahrung konnten die Einsatzkräfte des Fachzugs Personalreserve des Landkreises Peine West aus der Gemeinde Hohenhameln in der vergangenen Woche machen.

Fachzug Personalreserve

„Tiere sind für den Menschen ein wichtiger Faktor im Leben, deshalb werden immer wieder große Anstrengungen nicht nur bei der Menschenrettung sondern auch bei der Tierrettung unternommen. Der Status der Tiere ist in den letzten Jahren gestiegen und heute gesetzlich im Tierschutzrecht verankert, sodass die Tiere entsprechende Rechte haben. Dies wirkt sich direkt auf die Rettungsarbeit der Einsatzkräfte aus, sobald Tiere betroffen sind“ so Zugführer Jens Böker.

Kühe, die in Güllegruben feststecken, Pferde, die in umgestürzten Anhängern kauern– immer häufiger werden Retter der Feuerwehr zu Unfällen mit Großtieren gerufen.

Selbst Tiere die an Menschen gewöhnt sind werden in einer Stresssituation nicht auf einen Menschen hören, sondern ums Überleben kämpfen. Da kann man leicht von rudernden Pferdebeinen getroffen oder vom Schwein auch mal auf die Seite gelegt werden. Der Fachzug Personalreserve hat seinen Ausbildungsdienst daher dieses Mal auf ein Lehr- und Forschungsgut verlegt.

Nach der Begrüßung durch Betriebsleiter und Veterinärmediziner gab es einige wichtige Unterweisungen im richtigen Umgang mit den Kühen, Schweinen und dem Geflügel. Die Kameradin und Kameraden lernten, das es sich um Fluchttiere handelt und wie man mit den Tieren umzugehen hat, um sie zum Beispiel im Brandfall aus den Stallungen zu retten. Immer wieder wird die Feuerwehr zu derartigen Einsätzen gerufen und daher ist es wichtig, sich auch in diese Richtung fort- und weiterzubilden. Selbstverständlich befanden sich die Tiere während der Übungen nicht in Gefahr. Durch den Kontakt mit den Vierbeinern konnten bei den Einsatzkräften Berührungsängste abgebaut werden.

Dabei stand nicht nur die Rettung der Tiere im Vordergrund, sondern auch insbesondere die Sicherheit der Feuerwehr. Ihnen wurde erklärt, dass es in erster Linie wichtig ist, die Tiere zu beruhigen um sie aus der Gefahrenzone wegzuführen.

Damit die Feuerwehr für den Ernstfall gewappnet ist, gehörte auch ein Rundgang über den Hof und durch die Stallungen zum Dienstinhalt. Dabei wurden die Kameradin und Kameraden auf Gefahrenquellen hingewiesen und auf Zugänge aufmerksam gemacht, um sich im Notfall schon etwas auszukennen. Auf dem Betrieb befanden sich eine Rindviehherde mit 90 Milchkühen und 120 Tieren weiblicher Nachzucht, eine Sauenhaltung mit 90 Tieren zur Erzeugung von Absatzferkeln, 4.500 Legehennen zur Eiererzeugung sowie verschiedenen Mastgeflügelarten mit 25.000 Tieren.

Zugführer Jens Böker und seine Mannschaft zeigten sich nach dem informationsreichen Tag sehr zufrieden.

Text: Kathrin Zimmermann


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